Kapitel 31: In the middle of nowhere
Der Tag beginnt mit einem ruhigen Frühstück in meiner Stammbar. Es gibt wieder nur Toast mit Butter und Salz, sowie Pancake.
Danach heißt es packen. Die Taschen sind schnell verschnürt, so dass Dave und ich im Camp aufschlagen und die Autos mit unseren Brettern satteln.
Es geht heute nach Batu Bolong, der Spot, der in Fußweite meiner neuen Unterkunft liegt. Was läge also näher, als den Daytrip mit meinem Umzug zu verbinden.
Jocko setzt biegt mit unserem Van nach etwa 30 Minuten Fahrt von einer wenig befahrenen Straße in einen Feldweg ab. Ein 4x4 wäre hier die bessere Wahl gewesen, denn die Schlaglöcher und die Wegbeschaffenheit fordern alles von unserem Suzuki.
Am Camp angekommen werde ich meine Taschen los und klemme mir noch bevor ich das Zimmer beziehe mein Board unter den Arm und wandere als erstes runter zum Strand. Es ist High Tide und ich habe keine Zeit zu verlieren.
Im Wasser treffe ich ein paar Jungs und Mädels aus Seminyak. Das Wasser ist sehr langsam und die Wellen brechen selten steil, was das Lesen relativ schwierig macht. Dennoch bleiben wir über drei Stunden im Wasser, bevor ich mich an den Mauern des Tempels niedersetze und ein paar Bananen als Schonkost verzehre.
Ich habe heute beschlossen, dass wenn meine Magenprobleme auch in zwei weiteren Tagen nicht besser werden, ich zurück nach Kuta fahre und einen Arzt aufsuche.
Was der dann für mich hier in Indo tun kann, mag ich mir aber nicht weiter auszurechnen. Bis dahin bleiben mir eine Hand voll Pillen.
Nachmittags beziehe ich dann mein neues Zimmer. Noch wohne ich alleine. Das Camp, das direkt am Strand nahe Spots wie Old Man, Batu Bolong, Brawa, Canggu oder Echo Beach liegt, wirkt noch sehr neu. Die Dächer verraten, dass sie noch keine Regenzeit mitgemacht haben.
Alles ist sehr schön bepflanzt und viele Ecken mit Kissen im Schatten laden zum chillen ein. Die Bar hat die gleiche (gute) Speisekarte, wie das Camp in Seminyak.
Das Camp selbst liegt wirklich mitten im Nirgendwo. Weit und breit nur Strand, Wiesen und Tempel. Keine Restaurants und kein Supermarkt. Die nächsten Wochen werden ein Test an mich selbst.
Kaum sitze ich an der Bar und trinke einen Bananensaft, fragt mich Conny, eine der Guides, ob ich nicht Lust hätte, in 15 Minuten beim Beach Cleaning mitzuhelfen. Als Belohnung winke sogar eine geschenkte Massage.
Das lasse ich mir nicht zweimal sagen und helfe die nächsten zwei Stunden, den Sand vom Plastik zu befreien. Ich sammle insgesamt 7 einzelne Flip Flop Sandalen und unzähliges Styropor ein.
Die Sonne geht schon fast unter, als ich geduscht in der Sonne liege und mein Buch weiterlese. Zum Dinner versuche ich mich an einem Baguette und jeder Menge Tee.
Als ich geben neun Uhr abends mein Zimmer aufsuche, finde ich Daniel vor. Daniel ist Österreicher und von nun an mein Mitbewohner. Gegen Surfwachs und Anti Moskito von mir bekomme ich von ihm starke Magenkiller, die mich hoffentlich endlich wieder auf den richtigen Ast bringen!
Was ist das für eine laute Musik draußen? Ah, Bekini Show. Na sowas. Einer unserer brasilianischen Guides versucht ein Import für femile Strandmode auf die Beine zu stellen und präsentiert uns nun über eine Stunde letzte Schreie von der Copa. Herrlich.