Kapitel 30: Oktoberfest

Veröffentlicht auf von mal

Ich dachte, ich hätte wirklich zuviel Bintang getrunken, als die blau weißen Fahnen an einer Kneipe mitten in Seminyak erspähte. Während in München langsam die Pforten schließen, dreht das SamaSama hier erst richtig auf.

Eine komplette Band in Lederhosen und kundenlockende Balinesinnen im Dirndl. Dazu die Eagles und Maßbier. Kulturschock Nr. 2 !

 

Der Abschied von Elina fällt danach relativ kurz aus. Schon morgens gegen sechs Uhr sitzt sie im Flieger.

 

Ich sitze um neun beim Frühstück in meiner Bar nahe der Legian Road und prüfe die Emails. Es gibt Toast mit Pancake. Mein Magen wurde zuvor wieder mit einem Pillencocktail gefüttert.

Es ist Feiertag in Deutschland. Davon bemerke ich hier natürlich nichts. Dennoch wird mir bewusst, dass ich bereits seit zwei Tagen kein Student mehr bin. Die Uni muss mich unzwischen aus der Kartei gelöscht haben, da ich keinen Beitrag bezahlt und keine Rückmeldung geschrieben habe. Auch die Hälfte meiner Reise habe ich längst überschritten, ohne dass ich es richtig bemerkt habe. Kein Bergfest. Kein Bintang. Vielleicht später!

 

Gleich danach geht’s auf die Fahrräder und ab zum Gado Gado Spot. Die Wellen sind definitiv besser und geordneter als noch gestern. Das Beste ist, dass wir fast völlig allein im Lineup sitzen und ich gleich zu Beginn das Glück habe, genau am Peak zu sitzen und ein paar sehr schöne Rechte Richtung Strand reite.

Selbst die Closeouts hindern mich nicht und ich schaffe es, ein paar heftige Drops zu stehen.

 

Als es jedoch nach zwei Stunden auf die Low Tide zugeht, werd ich immer öfter vom Brett geworfen und beende die Session schließlich gegen Mittag, nach ein paar gescheiterten Versuchen in der Inside.

 

In der Zeitung habe ich gelesen, dass der Rupiah unwahrscheinlich schlecht steht zur Zeit. Das heißt für mich: Zeit shoppen zu gehen. Zusammen mit Dave fahre ich im Taxi nach Kuta und gebe innerhalb von drei Stunden eine Menge Geld aus – bekomme aber auch eine Menge dafür. Anders als zumeist in Deutschland.

Souvenirs und vor allem Geschenke für zu Hause. Und immer meine knappe Kilo-Freigrenze im Hinterkopf.

 

 

 

 

 

 

Im Camp bestelle ich mir in guter Voraussicht Reis und etwas Fleisch. Wir haben uns neue Dvds besorgt und werden den Rest des abends wohl mit Cola und Salzchips vor dem Fernseher im Freien verbringen.

Morgen steht ein Daytrip nach Batu Bolong an. Von dort kann ich zu Fuß ins neue Camp in Canggu wandern. Alles wird sich ändern. Die letzte große Station meiner Reise hier steht an. Ich bin gespannt.

 

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