Kapitel 29: Death Race
Als ich es mir bereits auf dem Sofa gemütlich gemacht hatte, meldete sich Dave überraschend. Er war den ganzen Tag shoppen und hat fast alle Outlets geleert.
Unser Zimmer ist okay. Sauber und gefließt in den Hinterhöfen von Seminyak etwa 5 Gehminuten vom Camp entfernt. Ein Bettlaken über dem Eigentlichen schützt uns vor kleinen Tieren, die sich in der Nacht an uns festbeißen wollen.
Das Bad ist eher im balinesischen Stil gehalten.
Draußen in den Apartments gegenüber wohnen fast ausschließlich ältere Herren zwischen 50 und 70, die einen oder sogar zwei junge indonesische Jungs bei sich aufgenommen haben. Dieses Bild verfolgt einen hier auf der Insel überall. Gerade in Kuta. Scheiß Sextourismus.
Wir wachen früh auf und satteln die Boards. Mit Fahrrädern, die wir uns gestern abend noch geliehen haben und dem Brett unterm Arm geht’s es runter an den Strand und dort an der Promenade entlang zur Double six Road und dem dazugehörigen Spot.
Die Wellen sind hoch, aber sehr verblasen. Der starke Wind lässt sie nach Nordsee aussehen und verhindert Rides, die länger als drei Sekunden andauern.
Wieder zurück frühstücken wir in einer hotelnahen Bar. Dave hat für etwa drei Euro ein american Breakfast inklusive Toast, Eiern, Speck, Würstchen, Obstsalat, Müsli, Bohnen, Marmelade, Honig, Fruchtsaft und Kaffee. Ich hingegen, der immer noch auf Besserung hofft, begnüge mich mit Marmeladentoast. Auch lecker.
Die nächsten Stunden liegen wir am Strand und lassen uns den warmen Wind um die Nase wehen. Ich kann sogar Eine davon schlafen.
Zurück im Camp sehen wir uns einen Film an, den wir uns nebenan in einem Filmeladen gekauft haben.
Es ist verrückt. In Deutschland wird man teil verurteilt für das illegale Downloaden von alten Filmen in schlechter Qualität aus dem Internet, während es hier ganze Läden gibt, die nichts als Raubkopien verkaufen.
Filme, die bei uns in der Heimat noch nicht einmal im Kino laufen, gibt es hier für 10 000 IR (80 Cent) in DvD Originalqualität zu kaufen.
Wir sehen Death Race. Für mich einer der besten Action Trash Filme der gesamten letzten Jahre. Mad Max trifft Fast an Fourios. Daumen hoch.
Unsere spätere Session fällt leider aus, da der Wind noch zugenommen hat. Es wird Zeit, dass das Wetter hier auf der Insel wieder besser wird. Es wird Zeit, dass sich meine Verdauung endlich stabilisiert. Es wird Zeit für richtig gute Wellen in den nächsten Tagen.
Für Elina wird es morgen Zeit zu gehen. Die Finnin, die inzwischen leider auch von Magenproblemen geplagt ist, fliegt morgen zurück in die Schweiz. Vielleicht gibt es für uns und Dave ja eine Suppenbar in der Nähe für ein Abschiedsdinner.