Kapitel 27: Shark Point

Ich habe wunderbar geschlafen in meinem Doppelbett für mich allein. Auch das Frühstück hier schmeckte wunderbar. Pancake und Jam-Toast, mehr brauche nicht zum glücklich sein.
Meinem Magen geht’s endlich besser, zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als ich die Tauchschule betrete.
Während des Briefings erfahre ich, dass ausgerechnet mein erster Tauchgang heute raus geht zu einem Riff, das bekannt ist als „shark point“.
Nunja. Als wäre ich nicht bereits verunsichert genug.
Mein Tauchguide Mandy, die einzige englischsprechende Tauchlehrerin im deutschen Dive Center, brieft mich kurz darauf und erklärt mir, dass es bisher keinerlei Angriffe von Haien auf Menschen gegeben hat. Ich brauche überhaupt keine Bedenken zu haben. Ich denke mir für mich, dass es für alles ein erstes mal gibt und steige Minuten später in das kleine schwankende Fischerboot.
Wir fahren um zwei kleinere Inseln und erreichen etwa nach 25 Minuten Shark Point.
Ich setze mich soweit es mir möglich ist auf die Kante des Kahns und lasse mich rücklings ins Wasser fallen. Alles wird weiß, dann klar. Ich blase mein Jacket auf und suche Mandy am Heck des Boots. Wir sind nur zu viert in unserer Gruppe, was wirklich ein luxuriöser Schlüssel ist.
Es geht zunächst runter auf 12 Meter zu einem großen Plateau unterwasser. Wie erwartet ist es unwirklich lebhaft hier.
Die nächsten 40 Minuten sind zauberhaft. Entlang des Riffs sehen wir Alemonen, Clownfische, 2000 weitere Fische, die ich nicht kenne und eine große Gruppe von Riesenschildkröten, die gerade Plankton am Rand der Korallen verspeisen. Wunderschön.
Fast zum Ende der Session sehen wir dann tatsächlich einen Hai. Und was für einen. Zweieinhalb Meter misst der Weißspitzenriffhai und ich verschlucke mich fast an meiner künstlichen Luft im Oktopuss. Er umkreist uns und starrt mir direkt in die Augen. Zumindest glaube ich das. Dann schwimmt er weg.
Ich speichere das unter „interessante Erfahrung“.
Zurück an Land gebe ich meine Ausrüstung ab und gehe zurück zum Apartment, um den Rest des Tages am Strand zu verbringen.
Meine Zeit auf Trawangan geht heute zu Ende. Morgen um 12 Uhr geht es zurück nach Bali.
Es war wirklich einzigartig hier. Von einem Straßenhändler erwerbe ich, selbstverständlich wieder zu einem Kampfpreis, das Symbol der Insel aus Kokosnussholz. Es wird mich zurück auf Bali an die Ruhe hier erinnern. Und an meinen großen Freund auf 20 Meter Tiefe.
Dort unten ist er der Chef. Das einzige was man tun kann, ist Ruhe bewaren und Respekt zeigen.
Apropos Respekt: heute Abend gehe ich Sushi essen.