Kapitel 20: Ubud

Veröffentlicht auf von mal

Ich lasse erneut den Trubel Kutas hinter mir und sehe links und rechts kaum anderes, als Reisfelder und Bauern. Ich bewege mich erneut richtung Norden und erneut regnet es an diesem Morgen.

 

Wir sind auf dem Weg nach Ubud, einer alten Künstlerstadt in Zentralbali. Unberührter und traditioneller orientiert, als die Inselhauptstadt.

Ich sitze auf dem Beifahrersitz von Jebas, einem Fahrer, den ich bereits vorher durch Zufall kennen gelernt hatte und mit mir gestern einen unschlagbaren Preis ausgehandelt hat.

 

Die Fahrt dauert etwa anderthalb Stunden. Gerade in Seminyak und Kuta sind die Straßen bis zum Erbrechen verstopft. In der Woche des Ramadans, in der Muslime in der Regel nicht arbeiten, fallen zig Geschäftsleute und Urlauber über die Insel her und das in der Regel mit eigenem Auto.

Somit verdoppelt sich das ohnehin schon enorme Auto-Aufkommen der südlichen Insel annähernd.

 

Ich unterhalte mich die gesamte Strecke mit unserem Fahrer. Er ist ein bahnbrechend sympathischer Typ und erzählt mir eine Menge über Kultur, Vergangenheit, Politik und Landschaft.

In Ubud angekommen stürzen wir uns auf den hiesigen Markt.

So schmeckt die Luft von Bali. Milliarden Nuancen durchdringen meine Schleimhäute.

Gegen eine Reizüberflutung ankämpfend bahnen wir uns Wege durch enge Gänge auf vielen Ebenen zwischen Ramsch und echter Kunst.

Ich lasse mich treiben.

 

Mein Indonesisch wird immer besser und ich beherrsche inzwischen drei Hände voll Floskeln. Das zeigt Wirkung auf die Verkäufer. An drei Ständen schlage ich endlich zu.

Das Handeln, vor dem sich Japaner und viele andere Touristen möglichst drücken, beginnt mir mehr und mehr Spaß zu bereiten.

Ich drücke die Preise bis an die maximale Schmerzgrenze

 

Nicht ganz sicher, ob ich nicht trotz eines beachtlichen Nachlasses über den Tisch gezogen wurde, lassen wir hunderte von Tischen und Regale beladen mit Obst, Gewürzen, Kaffee, Fleisch, Fliegen, Fisch und unzähligen weiteren Dingen.


Betrunken von Eindrücken stoße ich weiter in die verschiedenen Stadtviertel vor. Kommunen von Künstlern haben sich hier vereint und spalten die Stadt in Holz-, Stein-, Malerei- und Tanztartisten.

 

Im großen Tempel schließlich nahe unseres Parkplatzes erwerbe ich eine handgemachte Schnitzerei zum Spotpreis.

 

Jabes fährt uns anschließend in die schier unendlich wirkenden Ubud umgebenden Reisfelder. Noch vor wenigen Jahren flirtete das satte grün auf ganzer Linie mit dem Horizont am Ende der Felder.

Nun müssen als erstes Amarden von neu gepflanzenten Bungalows hinter uns lassen, bis wir in die wirkliche Reisprovinz vordringen.

Aber dann ist alles vergessen, denn der Anblick von riesigen Terrassen inmitten Palmenwäldchen und gesprenkelt durch Arbeiter mit lampenschirm großen Hüten raubt mir den Atem.

Wir ´bauen einige Stops in unsere Tour. Beoachten, machen ein paar Fotos, Inhalieren die Situation.

 

Für einen Lunch finden wir einen kleinen Warung am Stadtrand. Das Essen ist günstig und sehr gut. Ich erfahre, dass Jabes Tochter als Hotelfachfrau in Dubai lernt. Das kommt hier einem Lottogewinn gleich. Leider hat er sie seit drei Jahren nicht mehr gesehen, aber er ist sehr froh über alle Entwicklungen.

Er selbst hat bereits viele Jobs auf der Insel ausgeübt: in der Bank gearbeitet, ein Restaurant eröffnet, für eine Taxifirma gearbeitet und letztlich einen eigenen Fahrservice eröffnet.

 

Nach drei Uhr nachmittags erreichen wir das Camp und ich warte nun nur noch eine gute Stunde auf mein Brett.

Der Repair Guy hat seinen job ausgezeichnet ausgeführt. Da die Nachmittgssessions bereits laufen gehe ich auf eigene Faust an unseren Homespot. Die Low Tide ist bereits äußerst fortgeschritten, so dass ich lediglich ein wenig im Weißwasser spiele und wenige Sekunden auf einer kleinen grünen Righthander dem Closeout entgegenfiebere.

 

Kein guter Surf, aber Big Blue und ich sind wieder vereint. Morgen früh falle ich wieder in meinen alten Rhythmus.

 

Abends fällt meine Wohnungsbesichtigung für die Woche nach Trawangan leider ins Wasser. Ein Brasilianer namens Leo, der mit eine Villa am Strand vermieten wollte ist leider mit einigen Magic Mushrooms ins Delirium abgetaucht und faselt am Telefon nur noch etwas von „..alreeeady rented, Dude..“

Nunja. Andere Menschen haben auch schöne Wohnungen.

Ich nutze die gewonnene Zeit in einem marokkanischen Restaurant. Es gibt feinstes Steak, zart und auf den Punkt. Fast wie bei Maria.

 

Eins ist noch zu erwähnen. Die Sonne ist heute zurück gekehrt. Sie scheint in ihrem Urlaub ordentlich Energie gesammelt zu haben, denn schon gegen Nachmittag versucht sie die letzten Regentage möglichst schnell wett zu machen. Die Hitze brennt fast durch die Kleidung.

Ich muss dringend meinen Faktor erhöhen.

 

Für mehr Bilder vom Trip: link

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S
<br /> Hehe, jaaa das hab ich schon von Basti mitbekommen. Ich glaube der stellt sich einen nette kleine Dreier-Beziehung vor, so wie er betont hat, dass Oldenburg, Bremen und Hannover ja gar nicht weit<br /> auseinander liegen :D Und welche Dame kann schon zwei so gut aussehenden jungen Männern widerstehen? Dann bis demnächst ;)<br /> <br /> <br />
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M
<br /> I´m really lookin forward to that <br /> <br /> <br />
S
<br /> Muss man hier jetzt so blumig schreiben um überhaupt noch nen Kommentar ablassen zu können? Wahrscheinlich. :) Und während ich diese Zeilen schreibe schiebt sich vor meinem Bürofenster die Sonne<br /> durch die Wolkendecke und lässt die herbstlich eingefärbten Bäume in tausend verschiedenen Farben erstrahlen. Ich stelle mir vor, wie das Balinesische Reisfeldermeer in herbstfarben aussieht,<br /> verwerfe diesen Gedanken allerdings schnell wieder. Stattdessen: mach ich lieber Feierabend und hau mir nen Burger beim Diners rein :)<br /> Feilsch mir nicht zu sehr, nachher schlagen die dich noch kurz und klein, weil du zu weit gehandelt hast :D<br /> <br /> <br />
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M
<br />  Jaaaaaa, das muss man !! ..und Du scheinst mein Handwerk bestens zu verstehen <br /> Vielen Dank für die Nachricht und alles Beste nach Bremen... wusstest du eigentl schon, dass ich bald ganz in der Nähe wohne?? Hab ne Stelle in Oldenburg.. können wir bald öfter mal richtig<br /> abfeiern (ohne Jannis versteht sich )<br /> <br /> Liebsten Gruß vom Ende der Welt<br /> mal<br /> <br /> <br />
A
<br /> schön, dass dein board wieder läuft! und super, dass du die zeit so sinnvoll nutzt und uns berichtest!<br /> sehr atemlos, atemberaubend, duftig und geschmackvoll!<br /> :-)<br /> und blumig! ;-)<br /> <br /> übrigens: leider war diese woche keine probe, da marc nicht konnte und nächste woche ist dann der d. in urlaub....<br /> man sieht deutlich: du bist der kitt, der uns zusammenhält, der cyanacrylatkleber der uns bindet. komm gesund wieder! ;-)<br /> <br /> wie stehts eigentlich mit deiner gefühlslage? alles klar? oder anflüge von heimweh? (du verpasst übrigens einen wunderschönen (nahezu bilderbuch) herbst! eine farbenpracht überzieht die von mildem,<br /> goldenem licht durchstrahlten bäume.... hier ist es auch schön. so. muss mal gesagt werden...... (wie teuer ist so´n flug nach bali eigentlich...))<br /> <br /> surf on! :-) ich geh drachensteigenlassen (ineinemwort)<br /> :-)<br /> <br /> <br />
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M
<br /> sehr schön! Lass den Drachen steigen ;)<br /> Schade dass ihr nicht zum proben kommt... hoffe ihr kriegst das nochmal gebacken vor Nov!!<br /> <br /> Mir gehts ziemlich gut. Heimwehgedanken hat man manchmal.. an Menschen und Dinge, die einfach fremd sind.<br /> Aber letzteres legt sich mehr und mehr... die Gewöhnunh tritt ein und man nimmt vieles Merkwürdiges als normal war.<br /> Ich habe hier inzwischen ein relativ tolles Netzwerk an neuen Freunden - Locals und international.. das tut gut. Ich treffe auf der Straße Balinesen, die ich von irgendwo her kenne .. einkaufen,<br /> Tattooshop .. k.a. unterhalte mich ein paar Minuten.. es ist immer lustig. Hier wird viel gelacht. Und freundlich ist es.<br /> <br /> Der schlimste Kulturschock ist einfach die deutsche Ordnung und Sauberkeit. Doch genau das vermisse ich mit jedem Tag weniger...<br /> wir sprechen uns in ein paar Wochen nochmal.. vllt seh ich alles dann ganz anders und kann es kaum erwarten europäische Luft zu inhalieren. :)<br /> <br /> lg<br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br />