Kapitel 11: One more rainy day

Veröffentlicht auf von mal

Ich erwache gegen 5 Uhr morgens äußerst unsanft, aus einem tiefen und bislang erholsamen Schlaf. Wenn ich nun schreiben würde, dass es draußen regnet, wäre das wie ein Vergleich zwischen mir und Kelly Slater.

Sicher wir surfen beide. Aber es gibt durchaus eine Differenz zwischen unser beider Technik und Kompetenz in der Welle.

Es hörte sich von meinem Bett aus an, als wenn ein Monsun über das Camp hinweg fegt und in dem Moment, als ich einen Blick durch meine Tür riskiere, sehe ich, dass in der Tat gewaltige Wassermassen den Weg durch die Wolken gefunden haben müssen.

Ein zweite Pool tut sich neben dem Bekannten auf, während es weiterhin munter aus allen Löchern gießt.

Ich versuche weiterhin ein wenig zur Ruhe zu kommen und stehe letztlich um halb sieben auf.

 

Der Swell in Batu Bolong ist dramatisch hoch und auf ganzer Linie closeout. Während der Rest unserer kleinen Gruppe beim Tempel versucht einige kleinen Wellen in der Inside zu erwischen, entscheide ich mich, mit Thomas und Jens, meinen Guides, das Riff draußen zu bearbeiten.

 

Nach drei wirklich harten Waschgängen und etwa 200 Metern harten Paddelns gewinnt mein innerer Respekt vor diesen Walzen. Ich sehe absolut keine Chance, selbst bei einem Durchkommen ins Lineup, diese Closeoutmonster in irgendeiner Form abzureiten. Sie brechen in voller Länge und verschlucken dabei alles, was ihnen vors Weißwasser kommt. Jens kommt mit mir. Wir kämpfen verzweifelt gegen die starke Strömung, die uns auf eine Felsformation nahe des Strandszutreibt. Ich sehe mein Brett schon in zwei Hälften, als uns eine glückliche Setpause einen Ausgang ermöglicht.

 

Die Hoffnung auf einen guten Surf noch nicht vollends aufgegeben versuche ich mein Glück bei den anderen nahe des Tempels. Doch auch hier treffe ich nur auf Closeoutgeschwabbel, welches lediglich um einiges kleiner daher kommt.

Als ich zu meiner Überraschung eine halbwegs grün brechende Welle stehe, zieht es mich mit dieser Lefthander viel zu weit nach links auf einen großen Felsen zu.

Gegen die massive Strömung anzupaddeln hat keinen Sinn, also lasse ich mich wieder einige hundert Meter treiben und steige nicht weit vom letzten mal aus dem Wasser.

 

Auch die zweite Session am Tag verläuft enttäuschend. Wir fahren nicht weniger als sechs Spots ab, die alle schlecht mit diesem großen Swell zurechtkommen. Ich lasse mich am Blue Ocean Spot ordentlich durchspülen und hake diesen Tag damit ab.

Die einzigen Spots die bei mehr als 10 Fuß laufen befinden sich leider jenseits meiner Fertigkeiten.

Auch morgen verspricht nichts gutes, doch der Sonnenuntergang an Blue Ocean entschädigt einiges. 

 

Abends versacke ich mit ein paar Campbewohnern in einer Bar nahe meines Camps. Obwohl wir zu 80 Prozent aus Deutschland stammen, unterhalten wir uns mit Rücksicht auf Elina, meiner neuen Mitbewohnerin, ausschließlich auf englisch.

Die Finnin wohnt seit etwa sechs Jahren in Basel und arbeitet als Designerin bei einem Unternehmen, die Innenausstattungen für Flugzeuge kreieren. Zumeist sind das Einzelstücke für Ölscheiche oder Millionäre.

Es wird viel gelacht.

Gegen zwölf komme ich zurück ins Camp. Die Bintangs haben wir ordentlich zusetzt, so dass ich hoffe, die Session morgen nicht ausfallen lassen zu müssen.

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A
soooo wie sind denn die weiteren lebensumstände eigentlich so? <br /> <br /> dein surftagebuch ist schon cool. .... aber... äh... wir heimsch***** wollen doch auch wissen, wie genau eigentlich das camp aussieht (mehr fotos) wie ist das so mit moskitos und sowas? die stadt (noch mehr fotos - rollerfahrer.. du schreibst davon .. zeich mal her!)? wie verträgst du die nahrungsumstellung (basti hört doch so gerne verdauungsgeschichten)? temperaturen? die wege von nach..... allso alles, was für uns noch exotisch und anders wäre, für dich alten weltenbummler aber schon normal ist. ..... <br /> wäre super, wenn du uns davon auch ein bisschen berichten möchtest.. also NOCH mehr vielleich? hm? bitte bitte! BITTE! <br /> <br /> ja?
Antworten
M
<br /> hehe.. danke für das Feedback. Mein Tag besteht natürlich hier zu 50 Prozent aus Surfen... 40 Prozent Schlafen... und 10 Prozent Essen <br /> Ich hab deshalb auch selten überhaupt ne Kamera dabei... aber ich werd mal meine Sinne nach allem ausrichten, was euch interessieren könnte ...<br /> <br /> so far. Jezt ist Barbeque Zeit !<br /> <br /> <br />
B
hey schokobear,<br /> <br /> wie ich sehe ziehst du das mit dem blooooog tapfer durch ;). immer wieder schön was zu lesen..... <br /> <br /> aber ich muss zugeben - mit bintang wäre ich da auch gern versackt.....
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M
<br /> es ging dann doch erstaunlich gut heute morgen... bintang schmeckt übrigens fast genau so wie heineken. Kann sogar sein, dass das der gleiche Konzern ist. Lg aus Seminyak<br /> <br /> <br />