Kapitel 5: My new friend from italy
Der Tag beginnt mal wieder nach einer viel zu kurzen Nacht. Ich schaue auf meine Uhr und bemerke, dass ich nicht mal mehr zehn Minuten habe, mich für den Surf vorzubereiten.
Katzenwäsche und dann ab in den Bus. Es geht nach Bato bulong, einen unkomplizierten Reefbreak etwa 20 Minuten mit dem Auto entfernt.
Der Verkehr schockiert mich aufs neue. Ich schätze grob, dass etwa 90% aller Motorroller auf der Welt in Asien unterwegs sind. Allein Bali muss eine Fähre haben, die einzig und allein den ganzen Tag verkehrt, um Vespa und co auf die Insel zu bringen.
Jeder fährt dort und wie schnell es ihm beliebt. Keine Lücke im Gedränge bleibt mehr als Sekunden unbesetzt. Ich bin froh, nicht am Steuer, sondern auf der Rückbank platz genommen zu haben.
Angekommen am Ende einer Straße, die fast im Meer endet blicken wir auf einen großen Tempel.
Man sagt dem extrem spirituellen Bali nach, dass die Insel mehr Tempel als Einwohner beheimatet. Mein erster Eindruck bestätigt dies ohne Einschränkungen.
Wer hätte es gedacht?!, vor dem Tempel, also direkt auf dem Strand findet gerade eine Zeremonie mit etwa 100 Balinesen statt. Überall erfüllen fremde Gerüche und Glocken/Trommelklang die Luft.
Wir werden über die Gegebenheiten des Spots gebrieft und lassen und mithilfe eines Channels abseits des Riffs ins Meer gezogen.
Das Riff hier ist im Gegensatz zu den meisten anderen auf Bali recht ungefährlich. Gerade bei High Tide kann selbst ein fieser Wipeout kaum genug Kraft aufbauen, um mich auf die scharfen Kannten zu der Korallen zu drücken.
Das Paddeln strengt mich sehr an und ich muss nach jeder abgerittenen Welle wieder zurück an den Strand ein paar Meter laufen und über den Channel zurück an die Lip.
Insgesamt war es keine besonders gute Session. Zwar besser als jede in Holland und Frankreich, aber für Bali sehr unsauber. Morgen fahre ich nochmal hin. Angeblich ist der Spot eigentlich eine Wonne für den Boardsportler.
Am Abend stand eine weitere Session im Jembogan an. Ein wunderschöner Beachbreak am Palmenwald. Hier sah es wirklich aus wie auf Werbefotos in einschlägigen Zeitschriften. Ich surfe bis die Sonne untergeht. Während sie untergeht. Ich bin angekommen.
Ich habe einen neuen Nachbarn. Danilo aus Italien wohnt nun in meinem Apartment. Er hat ein Taxiunternehmen in Rom und ist seit 3 Wochen hier auf Bali. Er ist einer der nettesten Menschen, die ich bisher hier kennen gelernt habe.
Nach der Jembogan führt er mich und David, ein weiterer Campbewohner aus Heidelberg, zu einem .secret italien Restaurant“.
Der Besitzer erkennt ihn bereits, als wir die Veranda betreten. Ich habe den ganzen Tag außer Obst nichts zu mir genommen. Wir essen zu dritt 3 Pizzas, 2 Calzone, 3 Portionen Bruscetta und eine familienportion Pestonudeln. Ich platze fast.
Zusammen mit der Taxifahrt bezahle ich umgerechnet etwa 10 Euro. Bali rockt.
Morgen geht es zu „Old Men“ - einer der berühmtesten surfspots der Welt.