Kapitel 4: Prince of Persia

Veröffentlicht auf von mal

Um acht Uhr klingelt der Wecker. Ich schrecke auf. Gerade vor ein oder zwei Stunden war ich wach und habe eine Runde auf dem Balkon gedreht. Mein Körper ist noch nicht zu hundert Prozent an die neue Zeit gewöhnt. Ich bin todmüde, aber die Zeit rennt. In nur einer Stunde brechen wir auf. Aufgeregt putze ich mir die Zähne und bereite mein Board vor.

Die Finnen, die in einer dreieckigen Formation angeordnet sind (ein sogenanntes Thruster) finden den Weg in ihre Verankerungen, die Leash, die später das Brett sicher an mein Bein kettet, wird besfestigt. Ein letztes mal mit tropischem Wachs, für Temperaturen über 25 Grad im Wasser, über die Oberseite gestrichen.

Unten warten schon erste Mitbewohner, die sich für denselben Spot auf der Liste eingetragen haben.

Schnell noch frühstücken. Es gibt indonesisches Warung, das ist gebratener Reis mit Gemüse und dazu Obst serviert auf Palmenblättern. Zusätzlich bestelle ich mir neben dem Kaffee einen Vitaminschocker gepresst aus Melone und Papaya in Eis. Kaffee darf nicht fehlen.

Es geht los.

 

Zu Fuß laufen wir mit den Brettern etwa 10 Minuten zum Beachbreak. Dort angekommen bin ich erstaunt, wieviel Platz im Lineup vorhanden ist. Alles verteilt sich sehr gut entlang des langen Strandes. Mir fällt der Name des Spots nicht mehr ein, aber er heißt in etwa so wie das Hotel, das direkt am Strand empor ragt. Schnell ein paar Infos über Gefahren und ab ins warme Wasser. Mir kommt es vor, als hätten 10 Millionen Menschen in das Steinhuder Meer gepinkelt, so warm ist es. Aber angenehm, denn die Sonne von oben brennt noch mehr.

Ich paddle was das Zeug hält und befinde mich kurze Zeit später hinter der ersten Brechungslinie. Hier wartet allerdings erst die wirklich Impact Zone auf mich. Ich schlucke ne Menge Weißwasser und gebe noch mal alles.

Als ich hinter der letzten Welle auftauche muss ich mich kurz ausruhen. Schon geht’s weiter. Die Wellen kommen in sauberen Sets rein und schon liege ich mit meinem Brett in Richtung Strand und paddle was das Zeug hält. Kurz bevor ich angeschoben werde fange ich an zu zögern. Die Welle ist verdammt steil und ziemlich hoch... und nun bereits unter mir durchgelaufen.

Also nochmal. Abwarten, Sehen und Paddeln. Und wieder bekomme ich ordentlich Respekt, als ich über die Wellenwand herüberschaue und zwei oder drei Meter in die Tiefe starre.

„Malte.. das ist Deine! Leg los!“ Schreit Jens, der ein paar Meter neben mir paddelt. Und ab geht der Peter.

Kurz bevor ich von der Welle richtig angehoben werde noch zwei kräftige Armschläge mit beiden Händen und dann nur noch alles in Zeitlupe. Ich erlebe einen kleinen Drop und lande unsanft im Wellental. Ich muss in die Knie gehen, um nicht vom Board zu fallen. Die Welle macht ordentlich Druck und bricht nach rechts, so dass ich gewungen bin parallel der Lippe entlang zu fahren.

Das ganze dauert etwa 10 Sekunden, dann befinde ich mich schon wieder auf dem Board liegend dem Lineup entgegen. Hellyeah.

Das zweite Rauspaddeln gestaltet sich als viel schwieriger, da meine Kräfte bereits nachlassen, aber ich stehe noch ein paar Wellen und kriege mindestens einmal richtig auf die Fresse.

Nach zwei Stunden verlassen wir den Spot und kehren erst einmal zurück ins Camp.

 

Das Surfen ist an diesem Tag hat nun ein Ende, denn ich muss dringend shoppen gehen. An Kleidung habe ich nur das, was ich Körper trage, außerdem brauche ich ein paar Lebensmittel für mein Apartment.

Mein Weg führt mich zuerst ganz in die Nähe zum Office meines Camps, wo ich endlich das viele Geld loswerde und nicht mehr als „Multimillionär“ durch die Straßen laufe.

Die Straßen sind kaum zu erkennen vor lauter Verkehr. Unzählige Roller und Autos beherrschen das urbane Chaos. Den Wegstreifen an der Seite als Bürgersteig zu deklarieren wäre anmaßend, da es sich um aneinander gelegte Steinplatten handelt, die immer wieder durch Löcher, die in einen tiefen Kanal führen abgelöst werden. Ich fühle mich wie in einem Jump and Run Spiel und muss tierisch aufpassen, Verkehr, Sehenswürdigkeiten und Straßenlöcher nicht aus den Augen zu lassen.

Exotische Gerüche, Abgase und Musik dominieren meine Wahrnehmung.

 

Am ersten Geldautomaten halte ich an, um Geld zu ziehen. Drei Minuten später bin ich wieder Millionär. Fühlt sich gut an.

Ich arbeite mich durch die Straßen und suche nach einem „richtigen“ Surfshop in dem es original Boardshorts gibt, da die vielen Imitate auf der Straße nur sehr bedingt belastbar sein sollen.

Nach einer Stunde bin ich am Ziel mit gleichzeitigem Blick auf den Spot Double Six. Die Wellen hier sind mörderisch Closeout und ich bin froh hier am Strand zu stehen und nicht in diesem Bombenhagel.

Mit der teuersten Boardshorts von wahrscheinlich ganz Bali (Eine halbe Millionen) geht’s weiter. Ich brauche jede Menge Shirts und Shorts.

Nachdem ich mir eine Cola (ohne Bic Mac ;) gegönnt habe, nehme ich den nächstbesten Shirtshop. Ich fühle mich wie Michael Jackson in diesem Video, in dem er in einem Antiquitäten Laden stöbert und einfach nur Geld auf den kopf hat. „I want this... and this.. an this here.. and this ...“

Nachdem ich fertig bin mit Aussuchen bitte mich der Verkäufer in den „Deal Room“ - ein kleiner Raum mit einem Schreibtisch und zwei gegenüber stehenden Stühlen.

Die Show beginnt.

 

„japaneese pay for this 2000000 Dollars... but you are from germany my brother.. I make special Price just for you.“

 

„fine“

 

„So.. this is da price“ Er schreibt auf seinem alten Casio Rechner 1,5 Millionen (etwa 100 Euro)

 

„Man, this is too much... much too much“ ich gehe sehr offensiv an die Sache. „I give you 70 000, ... my brother“

 

„oooooooooooooohhh.... oooohhh... Rupia oder euro?

 

„rupia.“

 

„nooooo... is too leeeeessss..“ ... „give me... „ er tippt wieder „..1000000“

 

„No.“ ... „90 000“

 

„oooooooh... nooo... I cant“

 

Das ganze geht immer so weiter. Bis ich gehe. Auf der straße schreit er hinter mir her, ich solle noch einmal kommen. Nach weiterem hin und her einigen wir uns irgendwann auf 200 000. ich glaube wie beide sind zufrieden.

 

Als ich wieder ins camp komme wird es bald dunkel.

Ein paar Leute wollen in ein legendäres Steakhouse. Da bin ich dabei.

 

Während die Jungs und Mädels Steat mit rosmarienkartoffeln schnabulieren, entscheide ich mich für ein typische indo Spezialität: cap cay... gebratens Gemüse mit Huhn, reis, Fisch und irgendwas.... 

 

 

Morgen hab ich mich für ein kleines Reefbreak eingetragen. Man darf gespannt sein.

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S
Klingt doch alles extrem lässig! Und denk immer dran: gut gehandelt ist halb gespart :D
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M
<br /> vllt hätt ich mir von Dir mit deinen agyptischen Wurzeln noch ein par Tipps holn sollen ;)<br /> <br /> <br />
A
man muss sehr sehr viel erraten... wo ist nun das wörterbuch, das versprochene? hm? <br /> <br /> aber geh du erstmal wieder an den strand... ;-)<br /> <br /> übrigens: überraschung! wir proben heute!
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