Kapitel 42: Jack Johnson

Veröffentlicht auf von mal

Den gestrigen Abend blendeten wir in der Villa aus, in der sich Daniel, zwei Freunde aus Österreich und Matze für 10 Tage eingenistet haben. Die Vacation ist beinahe schon dekadent. Von der „Öffentlichkeit“ des Camps durch hohe Mauern abgeschottet, betritt man durch eine kleine Holztür das Areal, auf dem ein eigener Pool, eine große Chill out Lounge mit Luxus wie Flat Tv, eine eigene Küche, einem großen Bett mit Blick durch große Glasscheiben in den Außenbereich und einem hiesigen Badbereich. Ich weiß nicht, ob ich diesen Luxus hier haben möchte, erfreue mich aber durchaus der freien Kühlschrankbenutzung. Leider verderben meine Lebensmittel hier äußerst schnell, sogar Kekse und andere Trockennahrung.

 

 

 

Dennoch würde ich diese Isolation unter meinen Umständen hier gar nicht wollen. Im Gegenteil. Ich genieße das Paradox hier eines in sich isoliertem Kollektiv, wo ich jederzeit Kontakt und meine Ruhe finden kann. Letztlich wohnt Daniel, mein Ex-Roomate nun mit drei anderen Personen in einer Honeymoon Villa, die ursprünglich für ein Pärchen ausgelegt wurde. Letztlich teil er sich damit ein, wenn auch großes Bad mit drei anderen, während ich nun alleine in einem Doppelzimmer wohne und folglich mehr Platz für mich habe als er, ohne den enormen Aufpreis zahlen zu müssen. Darüber hinaus ist mein Zimmer hier für mich der absolute Luxus gegenüber mancher vorangegangen Unterkünfte in den letzten Wochen. Jeden Tag wird mein Bett gemacht und mein Apartment gereinigt. Ich habe einen sauberen Sanitärbereich mit warmen Frischwasser. Mehr brauche ich wirklich nicht.

 

Wieviel Zeit verbringe ich auf meinem Zimmer?! - Etwa acht Stunden. Im Schlaf.

 

 

Heute morgen gibt es keinen Surf. Mein Board muss austrocknen. Trotzdem bin ich um sechs Uhr wach und lege es in die richtige Position zu den ersten Sonnenstrahlen. Als es trocken ist, flicke ich es provisorisch mit Tape, damit kein Wasser in den Polyesterkern eindringen kann. Unterlässt man diese Gegenmaßnahmen, so saugt sich das Brett nach und nach voll wie Spongebob. Der Polyesterkern wird schwerer und schwerer und das Board verliert immer kehr an Auftrieb. Einmal mit Wasser befüllt, kriegt man das Innere so gut wie nie wieder trocken und dein Sportgerät ist reif für den Sondermüll.

 

Den Mittag verbringe ich in der Sonne. Im Internet lese ich, dass in irgendwo in Deutschland bereits Schnee gefallen sein soll. Schwer zu glauben für mich, da ich derweil mit meinem dicken Wälzer bei praller Sonne und 31 Grad im Schatten in der Sonne brutzele. Es ist brütend heiß und nach einer Stunde muss ich mich dringend in schattigere Gefilde zurückziehen, um mir meine Haut nicht zu verbrennen, die zwar nach den vielen Wochen recht dunkel, aber nicht UV- immun geworden ist.

Ich reiße momentan jede freie Minute Seite um Seite des Schinkens, den ich mir von Daniel geliehen hab. Es macht Spaß wieder einmal in „Trivialliteratur“ völlig eintauchen zu können, während das Studium und insbesondere meine Examensarbeit mir permanent oft dröge Fachliteratur aufbürstete.

Wäre da nur nicht die Musik.

Aufgrund der Feiertage dröhnt traditionelle balinesische Musik, die aus schier hunderten von Glocken, Hölzern, Flöten und Trommeln besteht und offensichtlich keinerlei ersichtliche Strukturen aufweist. Sie ist kilometerweit zu hören, da zur Zeit in jedem der über Tausend Tempel auf der Insel Live Konzerte rund um die Uhr stattfinden. Als ich auf einen Pancake nach Batu Bolong in den Warung stiefel setze ich mich mit Dave der vollen Wucht aus, was dem einzigartigen besten Banana-Pancake der Insel nicht im geringsten zusetzt. Jedes mal ein Gedicht.

Dazu fällt mir ein, dass Jack Johnson, ja, DER Jack Johnson seinen Song „banana Pancake“ nach genau diesem Pancake in diesem Warung, wo ich gerade sitze geschrieben haben soll.

Ob es stimmt weiß ich nicht, aber jeder redet davon und dort gewesen ist er definitiv.

 

Was zu Beginn des Tages noch kulturell inspirierend wirkt, beginnt mich nach einigen Stunden nur noch zu nerven. Selbst nach Sonnenuntergang, als ich von meiner Surfsession in den kleinen, aber übungsbedingt wunderbaren Wellen komme, klirrt sie immer noch über die Reisfelder. Das Epizentrum ist von hier etwa einen halben Kilometer entfernt und selbst in meinem Zimmer denkt man, die Band musiziert direkt neben dem Kopfkissen. Gute Nacht sage ich mal.

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A
<br /> spektugal!<br /> <br /> gut. es geht dir gut. :-)<br /> <br /> <br /> lass dir das rezept für den pfannkuchen geben!<br /> <br /> <br />
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M
<br /> ...wenn das sooo einfach wäre! Aber ich habe immerhin gestern ein Foto davon gemacht.. ich bin fast jeden Tag dort, also könnte man einfach 100 verschiedene backen und ich könnte ihn<br /> rausschmecken  <br /> <br /> <br />