Kapitel 41: Galungan

Veröffentlicht auf von mal

Mit immer noch leichten Magenschmerzen erwache ich gegen halb sechs Uhr morgens. Ich bin ausgeschlafen, da ich gestern bereits vor neun Uhr nicht mehr unter den wachenden Campbewohnern weilte.

Doch bevor ich bereit bin, mich wieder den Wellen zu stellen, gibt es Tee und eine kleine Eingewöhnungsphase für meinen Organismus an die Vertikale Körperhaltung.

 

Trotz eines überfüllten Lineups wird mein Warten etwas weiter in der Inside belohnt. Ich bemühe mich erfolgreich und konkurrenzlos um ein paar Rechtshänder, die zum Teil sehr schön und sauber Section für Section bis hin zum Channel brechen, der mich erneut vor die Impact Zone bringt.

Auch meine Brust, die leider in den letzten Tagen offen und wund vom Wachs auf dem Board wurde, beschwert sich heute bedeutend weniger, als die Tage zuvor.

 

Im Camp unterhalte ich mich mit einem Local über den hiesigen Feiertag heute. Zwar gibt es auf Bali mehr als Tausend Feste jedes Jahr, doch ist dieses halbjährliche Event dennoch ein herausragendes, da die gesamte Insel in Feierstimmung versetzt wird und überall geschmückt und betetet, verehrt und besänftigt wird.

Galungan ist der Jahrestag der Schöpfung der Welt und einer der wichtigsten Feiertage auf Bali. Nach dem balinesischen Pawukon-Kalender wird Galungan einmal alle 210 Tage gefeiert und leitet eine 10tägige Festzeit ein, die mit dem Kuningan-Fest endet.

Nach balinesischer Vorstellung wurde die Welt von Sang Hyang Widi, dem höchsten Gott, erschaffen. Am Jahrestag der Schöpfung besucht er zusammen mit anderen Göttern und den Ahnen die Tempel bzw. die Häuser der Nachkommen, der Lebenden, und verlässt diese am letzten Tag (Kanungan) wieder.

Die Straßen und Häuser werden anlässlich dieses Festes mit dem Penjor geschmückt. Der Penjor ist ein Bambusstab, der mit verschiedenen Früchten, kleinen Reiskuchen, Blumen und einem Stück weißen oder gelben Stoffes geschmückt wird. Der Penjor ist ein Symbol für die Anwesenheit des Schöpfergottes und wird einem Tag vor Galungan vorbereitet.

Galungan und Kuningan werden von Prozessionen und großen Tempelfesten zu Ehren Gottes und der Ahnen begleitet, wobei vor allem der letzte Tag den Ahnen gilt.

Der Galungan wird, wie gestern bereits geschrieben, so intensiv vorbereitet, dass oft ein Monatseinkommen für die großen Bambuslaternen, Schmuck und Kleidung ausgegeben wird. Es ist ein wenig mit Weinachten bei uns in Europa zu vergleichen, nur dass die Balinesen kein Coca Cola Maskottchen verehren.

 

 

Morgen bin ich in Kuta ab Nachmittag, um mit Daniel und Freunden ein paar Einkäufe zu machen. Danach geht’s zum Inder und ich blase mit Trompeten zum Gegenangriff gegen meine Magenbakterien.

 

Nachmittags gegen kurz nach vier weckt mich Bernhard. Zu sechst brechen wir auf gen Batu Bolong. Sechs Jungs mit einem Board unterm Arm bereit von Big Blue ordentlich den Hintern versohlt zu bekommen.

Doch es läuft trotz des Winds recht gut und wir sind fast allein im Lineup. Ein paar mal in der richtigen Position, nachdem die teils übermächtigen Sets unsere Köpfe überrollt haben und danach drei bis vier Linkshänder mitgenommen. Der Rest geht mehr gerade Richtung Strand, da die Wellen relativ schnell zusammen. Auch ein Zusammenstoß mit Daniles gelbem Fishboard bleibt leider nicht aus und ich fange mir erneut einen Ding am Tail ein. Durch das Fest die nächsten Tage kann ich ihn leider nicht schnellstmöglich reparieren lassen und werde es morgen austrocknen lassen und vorerst selbst fixen.

 

Somit steht wohl eine Zwangspause an, wenn Board nicht durch ein Wunder bis zum Sonnenaufgang ausgetrocknet ist.

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A
<br /> eine offene brust! uärgh!<br /> <br /> was tut dir dieser sport nur alles an! ausgemergelt, käseweiß, mit magenproblemen und zerschnittenen füßen lamentiert er über seine offene brust. ein bild des jammers!<br /> <br /> :-)<br /> <br /> <br />
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M
<br /> soooo schlimm is ja nich ;) wobei ich echt überlege, dass über 1 Jahr hier als Surfguide zu arbeiten ne harte Sache sein kann. Von den Cuts und Unfällen abgesehen schleichen sich schon gerne mal<br /> einige nervige Wehwehchen ein... meine reche Hand zB hat irgendwas.. keine Ahnung - vllt ne Sehnenreizung oder so. Halb so wild... aber irgendwann wird alles mit alen blauen Flecken usw doch<br /> ziemlich viel und man brauch ne längere Pause zur Regeneraton, die man als Guide nunma nicht hat.. daher würde ich das glaube ich gar nicht machen wollen.<br /> <br /> Alls Beweis, wie unglaublich agil ich aber bin, hab ich heute ein Foto von mir machen lassen und unter den aktuellen Artikel gestellt. Wie Du siehst, gehts mir trotz allem prächtig <br /> <br /> <br />