Kapitel 8: Surf Nazis must die !!!

Veröffentlicht auf von mal

Schon komisch anderthalb Stunden durch Kuta und Provinzen zu fahren und ständig einen merkwürdigen Begleiter um sich zu haben. Hakenkreuze gibt es hier an jeder Ecke. Autos sind damit beklebt, Menschen tragen sie auf der Kleidung, ja sogar Tempel sind mit mannshohen Symbolen aus alten Tagen versehen. Was hat es damit auf sich? Ist Bali vielleicht eine neue Brutstätte altdeutschen Idiotentums?

Nein. Das Sonnenrad, wie es übersetzt in etwa heißt wurde vor etlichen Jahren von den Nazis „geklaut“ und missbraucht. Genau wie der römische Gruß „Salve“ hat es hier eine ganz andere Bedeutung und vor allem nicht im geringsten negativ konnotiert.

Es ist, hingegen weitläufiger Meinung, nicht spiegelverkehrt. Dafür aber in einem Winkel von etwa 20 – 30 Grad gedreh.

Warum sollten die Balinesen (und viele andere hinduistische Völker) ein uraltes Symbol ihrer Ahnen verleugnen, weil irgendein dahergekommener, hässlicher, kleiner Mann aus Österreich meint, es über den Schatten von hiesigem Völkermord zu stellen?!

 

Ein riesiger Swell rollt auf Bali zu. Die Vorhersagen sprechen von 15 – 25 (!!!) Fuß.

Heute morgen in Kudeta war bereits die Hölle los. Schon vom Strand sahen wie die Bomben draußen einschlagen.

Nachdem ich eine druckvolle Linkshänder gut erwischt habe, reite ich sie viel zu lange bis weit in die inside. Beim zurückpaddeln ins Lineup gerate ich auf heftigen Widerstand und werde von einigen riesen Brechern wörtlich zermalmt.

Ich fühle mich wie im Schleudergang in der Waschmaschine. Nach einigen Versuchen und Boardverlusten gebe ich auf.

Auf dem Weg zurück zum Strand erwischt mich fast ein herrenloses Board. Einer Dame hinter mit ist die Leash gerissen. Ich nehme es mit an den Stand und übergebe es später der glücklichen Besitzerin.

 

Nachmittags in Batu Bolong treffen wir auf grandiose Reforms, das sind Wellen die draußen an einem Riff groß brechen, dann aufgrund einer Untiefe wieder „grün“ werden und an einem kleineren Riff erneut brechen. Ich bekomme Tipps meines schwedischen Guides Thomas zur Perfektionierung meines Bottom Turns und setze sie gleich in die Tat um. Mit großem Erfolg.

 

Erschöpft kehre ich zurück ins Camp.

Morgen steht Kultur auf dem Programm. Zum ersten mal stoße ich weiter ins Landesinnere vor. Ich bin gespannt.

 

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